Frei von der Sucht nach Alkohol

Für Millionen ist der Alkohol "Tröster und Freund". 70 Prozent aller Ehescheidungen gehen auf das Konto "Alkoholsucht".

Für Millionen von Menschen wird der Alkohol als "Tröster und Freund" bei der Oberwindung von Alltagskonflikten und zum Ausfüllen von Lücken und Leeren im seelischen Bereich verwendet. Wie verführerisch dieser "Pseudohelfer" ist, dokumentieren mehr als 1.500.000 Alkoholkranke in der Bundesrepublik Deutschland, die mit ihren Familien unter den Folgen des Alkoholismus leiden, und von denen viele psychisch und physisch zugrunde gehen.
Zu den vom Alkohol Betrogenen unserer Tage gehören nicht nur erwachsene männliche Personen, sondern besonders auch viele Frauen (mindestens 300.000) und junge Menschen (mindestens 150.000).
Viele von ihnen greifen schon bald nach dem Aufstehen am frühen Morgen nach alkoholischen Getränken und beenden den Tag damit, dass sie sich vor dem Fernseher regelmäßig betrinken oder sich in einem Wirtshaus mit Bier, Wein oder Sekt "gute Laune" verschaffen.
Über solche, die dies tun, hat Gott in Seinem Wort das Gericht (Strafe) angedroht:
"Wehe denen, die sich schon frühmorgens aufmachen, um berauschenden Getränken nachzulaufen, und die bis spät in die Nacht sitzen bleiben und sich vom Wein erhitzen lassen ... aber auf das Werk des Herrn und das Tun seiner Hände achten sie nicht" (Jes. 5, 11+12).
Heißt das nun, dass Gott gegen jeglichen Genuss von Alkohol ist? Keinesfalls. Gott verwirft in Seinem Wort zum Beispiel nicht den Wein als solchen. Denn er ist eine Gabe Gottes und wird in der Bibel mehrfach gerühmt (1. Mose 17, 28; Prediger 9, 7 u. a.). Aber die Heilige Schrift bringt deutlich zum Ausdruck, dass übermäßiger Genuss von alkoholischen Getränken unweigerlich einen Missbrauch dieser Gabe Gottes darstellt, schuldig macht und den Menschen in Elend und Not stürzt (Sprüche 20, 1 ).
Eines der eindruckvollsten Worte der Heiligen Schrift dazu steht in Sprüche 23, 29-34:
"Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo sind Wunden ohne jeden Grund? Wo sind trübe Augen? Wo man lange beim Wein sitzt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist. Siehe den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glas so schön steht: Er geht glatt ein, aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden, und du wirst sein wie einer, der mitten auf hoher See sich schlafen legt, und wie einer, der oben im Mastkorb liegt."
Diese Aussagen machen deutlich, dass durch den Missbrauch des Suchtmittels Alkohol verheerende Folgen entstehen können. Einige dieser Folgen möchte ich nennen:

1. Das Suchtmittel Alkohol raubt dem Menschen den Verstand

Ich erinnere mich an einen Mann, der ein stadtbekannter Trinker war. Er begann meistens schon am frühen Morgen damit, alkoholische Getränke zu sich zu nehmen und war Stammgast in mehreren Kneipen.
Eines Abends verließ er gemeinsam mit einem Zechkumpanen ein Lokal. Auf dem Wege nach Hause begegnete den beiden eine Frau, die sie sofort anpöbelten. Als die Frau nicht darauf reagierte, fielen sie gemeinsam über sie her.
Viele derer, die unter Alkoholeinfluss stehen, wissen nicht mehr, was sie tun, da gewisse Gebiete ihres Gehirns lahmgelegt sind. Sie kennen keine Hemmungen. Darum begehen sie Taten, die sie im nüchternen Zustand wahrscheinlich nie tun würden. Der englische Dichter und Dramatiker Shakespeare sagte deshalb einmal im Blick auf den Alkoholgenuss:
"Wie können Menschen so einen Feind in ihren Mund hineinlassen, der ihnen den Verstand raubt ...?"
Jeder Trinker sollte wissen, dass er durch ständigen Alkoholgenuss auf lange Zeit einen ausgedehnten Selbstmord seiner Persönlichkeit vollzieht.

2. Das Suchtmittel Alkohol führt in unsagbares Leid und Elend

Welch unsagbares Leid und Elend entsteht durch die Sucht nach dem Alkohol, sowohl für den, der dieser Sucht verfallen ist, als auch für die, die unmittelbar mit ihren Folgen zu tun bekommen.
Jene Frau, die durch die beiden niedergeschlagen wurde, erlitt erhebliche körperliche Verletzungen und einen seelischen Schaden, von dem sie sich auch nach Jahren noch nicht wieder richtig erholt hatte.
Die Folgen für die beiden Täter waren drei Jahre Haft in einer Strafvollzugsanstalt.
Nach ihrer Entlassung fing der eine von beiden erneut zu trinken an. Das Geld, das er sich durch Gelegenheitsarbeit erwarb, verbrauchte er zum Großteil wieder dadurch, dass er trank.
Die meisten Trinker sind bereit, auch den letzten Pfennig in alkoholische Getränke zu stecken, so dass oft nur sehr ungenügende finanzielle Mittel vorhanden sind, um Essen, Kleidung und Miete zu bezahlen. Darunter leidet nicht nur der Trinker, sondern darunter leiden auch sein Ehepartner und seine Kinder. Viele Familien müssen auf manche schönen Dinge im Leben verzichten, weil ein Familienglied das meiste Geld für alkoholische Getränke ausgibt. Damit aber sind zumeist Leid und Elend noch nicht erschöpft.
Jener Mann trank nach seiner Entlassung aus der Strafvollzugsanstalt nicht nur erneut und verbrauchte dadurch das meiste Geld, das er verdiente, er brachte auch weiterhin Schande über sich und seine Familie, war grausam gegen seine Frau und seine Kinder, die er schlug und denen er viel an materiellen und seelischen Werten vorenthielt.
Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn gegenwärtig zirka 70 Prozent aller Ehescheidungen auf das Konto Alkoholsucht gehen und 1,2 Millionen Kinder seelischen Schaden erleiden durch einen alkoholkranken Elternteil.

3. Das Suchtmittel Alkohol zerstört Leib und Seele

In den letzten Jahren stieg der Alkoholkonsum deutlich an. Ein großer Teil der Bevölkerung nimmt täglich mehr als 80 Gramm reinen Alkohol zu sich. Das entspricht etwa vier Flaschen Bier oder etwa eine Literflasche Weißwein. Diese Menge reicht aus, um auf die Dauer mit ziemlicher Sicherheit gesundheitliche Schäden zu verursachen. Denn im Alkohol stecken eine ganze Menge Gefahren. Alkohol ist nämlich eine Droge, die in die natürlichen Abläufe des Geistes, der Seele und des Leibes eingreift und sie trotz anfänglichem Stimmungsaufschwung letztlich doch negativ verändert.
Nach übermäßigem Alkoholgenuss machen sich schon bald die ersten Funktionsstörungen im Gehirn bemerkbar:

Wer nun regelmäßig größere Mengen an Alkohol trinkt, muss mit der Zeit mit bleibenden Schäden rechnen.
Die wichtigsten körperlichen bzw. organischen Schäden, die ständiger und übermäßiger Alkoholgenuss verursacht, zeigt das folgende Schaubild:

körperliche bzw. organische Schäden

Hand in Hand mit den geistigen und körperlichen bzw. organischen Schäden gehen die Schäden auf seelischem Gebiet. Der Trinker meint, durch Alkohol seine Probleme lösen oder ihnen doch zumindest entfliehen zu können. Doch er kann sie durch Alkohol weder lösen noch kann er ihnen entfliehen.
Im Gegenteil: Er begibt sich durch den Alkoholgenuss in einen "Teufelskreis" und macht dadurch seine Probleme nur noch größer, wie es das folgende Schaubild darstellt:

Teufelskreis des Alkoholgenusses

Wie sehr der Alkohol Leib, Seele und Geist zerstört, den Verstand raubt und unsagbares Leid und Elend mit sich bringt, erkannte schließlich jener Mann, von dem ich weiter vorne berichtete. Wenn er nüchtern war, wurden ihm die Folgen seiner Sucht bewusst. Dann schrie er buchstäblich nach Befreiung davon. Wiederholt machte er daher den Versuch, mit dem Trinken aufzuhören. Aber er schaffte es nicht. Und dann versuchte er, den Ekel über sich selbst im erneuten Alkoholgenuss zu ersäufen.
Eines Tages nahm sich ein Christ seiner an. Er nahm ihn mit in eine Versammlung des Blauen Kreuzes. Und dort erlebte er die Liebe anderer Christen und von der Trunksucht Geheilten. Er sah, wie die Liebe Gottes andere verändert hatte. Und nun erlebte er, wie diese Liebe Gottes in der Kraft des Evangeliums auch ihn befreite von seiner unheilvollen Sucht und ihn radikal veränderte.
Bald darauf bekannte er in einer Evangelisationsversammlung vor mehreren hundert Menschen, wie er durch das Zeugnis anderer Christen zu Jesus Christus fand und unter der Verkündigung des Wortes Gottes die Befreiung von seiner Sucht nach dem Alkohol erlebte. Er begann sein Zeugnis damals mit einem Wort aus Psalm 40, 3:
"Der Herr zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, damit ich sicher treten kann."
Die Befreiung von der Sucht nach dem Alkohol, die jener Mann erlebte, haben in ähnlicher Weise viele Menschen erfahren. Auch solche, die sich schon lange zu Christus bekannten und doch alkoholsüchtig waren. -
Es kann dir aber auch ein seelsorgerisches Gespräch mit einem Pfarrer, Prediger oder einem seelsorgerisch befähigten Christen helfen. Gehe zu ihm. Spreche offen mit ihm über deine Sucht und erbitte seinen Beistand. Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn du seine Hilfe in Anspruch nimmst, sondern ein Zeichen von Mut und innerer Stärke, die Sucht zuzugeben und mit ihm im Gebet die Nähe Jesu Christi zu suchen.
Bekenne dem Herrn Jesus Christus in der Gegenwart des anderen Menschen deine Gebundenheit, und bitte Ihn, dich davon zu erlösen. Jesus Christus hat die Macht, dich dem Teufel Alkohol zu entreißen und deinen Willen zu stärken, damit du sofort auf jeglichen Alkoholkonsum verzichten kannst.
Da du danach aber auch in Zukunft suchtgefährdet bist, brauchst du weiterhin unbedingt praktischen Rat und seelsorgerische Hilfe. Pflege deshalb Gemeinschaft mit Menschen, die sich durch das Evangelium haben retten lassen und jetzt in der Nachfolge Jesu stehen.

Fritz May
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