Du bist sicher schon mit dem Tod und mit dem Sterben in Berührung gekommen, weil du das Sterben anderer Menschen miterlebt hast oder weil du selbst in Lebensgefahr geraten bist. Du wünschst dir (im Normalfall) ein langes Leben, das von Wohlergehen und Gesundheit geprägt ist. Und doch weißt du um die Tatsache des eigenen Sterbens: Ich muss die Hütte meines irdischen Leibes verlassen. Ich muss Abschied nehmen von Menschen, die mir nahe standen. Ich muss das zurücklassen, was ich an irdischem Hab und Gut mir erworben habe. Deshalb, weil unser Leben "ein Sein zum Tode ist", beschäftigt uns die Frage nach dem Sterben. Wir möchten wissen, was uns nach dem Tode erwartet.
Es gibt verschiedene Überzeugungen, die Menschen haben im Hinblick auf das Thema: "Sterben - was dann?". Menschen, die nicht an Gott glauben, meinen: Mit dem Tode ist alles aus. Der Tod ist für sie der absolute Schlusspunkt ihrer Existenz. Wiederum andere Menschen sind sich ihrer Sache nicht so sicher. Da sagt einer: "Ich weiß nicht, was nach dem Tode kommt. Ich lasse mich überraschen. Ich lebe nach dem Motto: ,Tue recht und scheue niemand.' Falls es Gott gibt, was kann er mir schon vorwerfen?" Und dann gibt es Menschen, die sind in ihrem Leben dem begegnet, der das Leben in Person ist. Sie glauben: Von Jesus, unserem Herrn, kann uns keine Macht der Welt trennen, auch nicht der Tod. Wenn wir sterben, dann gehen wir nach Hause, in das Haus des himmlischen Vaters, weil Jesus für uns dort eine Wohnstätte bereitet hat.
Wer gibt mir eine wahrheitsgemäße Antwort, fragst du vielleicht, auf die ich mich verlassen kann, wo es doch so viele Meinungen und Überzeugungen zu diesem Thema gibt? Ich will dir gerne meine Überzeugung darlegen. Für mich ist die Bibel, das Wort Gottes, das einzige Buch, das dem Menschen die Grundfragen seines Lebens beantwortet, und zwar so, dass er sich felsenfest darauf verlassen kann im Leben und auch im Sterben.
Die Bibel nennt als Ursache des Todes die Sünde des Menschen (1. Mose 2, 17). Adam, nach dem Sündenfall, wird gesagt: "du bist Erde und sollst zu Erde werden" (1. Mose 3, 19). - Der Psalmist stellt im 90. Psalm den ewigen Gott und den Menschen mit seiner kurzen Lebenszeit in Kontrast gegeneinander und gibt auf die Frage nach der Vergänglichkeit des Menschen die Antwort: "Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen. Denn unsere Missetaten stellst du vor dich, unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht." - Und Paulus sagt im Römerbrief Kap. 6, 23 sinngemäß: Die Sünde zahlt dem Menschen einen Lohn, das ist der Tod. Aber Gott schenkt ewiges Leben dem, der an Jesus Christus glaubt. - Im Hebräerbrief heißt es: "Es ist gesetzt dem Menschen zu sterben, danach das Gericht" (Hebräer 9, 27).
Das sind einige nüchterne Aussagen der Bibel. Das Wort Gottes zeigt uns: Der Mensch ist ein Sünder. Er lebt in Furcht vor dem Tode und muss sich mit seiner Schuld vor Gott einmal verantworten. Wer das einmal nüchtern zur Kenntnis genommen hat, für den wird die Frage lebenswichtig: Wer errettet mich aus der Macht der Sünde und des Todes? Paulus hat den Schrei aus der Tiefe des Herzens einmal so formuliert: "Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?"(Römer 7, 24).
Ich bin Gott von Herzen dankbar, dass Er in Seinem Wort uns Menschen den Weg zum Heil, zur Befreiung dieser gottfeindlichen Mächte aufgezeigt hat in Seinem Sohn Jesus Christus. Stellvertretend für uns Menschen sühnte Er die Sünde der Welt und starb am Kreuz, am Fluchholz. Und Gott erweckte Ihn am dritten Tage zu neuem Leben. Jeder, der an Ihn glaubt, die sühnende Kraft Seines Blutes beansprucht, wird befreit von der Macht der Sünde und des Todes und er bekommt ewiges, unvergängliches Leben (Matthäus 20, 28; Römer 5, 6-21; Johannes 3, 16).
Kennst du die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus? Der Evangelist Johannes berichtet sie uns. Lazarus, ein Freund von Jesus, erkrankte ernsthaft. Maria und Martha rufen den Herrn zu Hilfe. Doch als Jesus kam, scheint alle Hilfe zu spät. Lazarus ist bereits seit einigen Tagen verstorben. Und dann geschieht das Unglaubliche: Jesus bittet, dass man Ihn an das Felsengrab seines Freundes führe und den Stein wegnähme. Er ist innerlich tief bewegt. Und nach einem kurzen Dankgebet spricht Er die Worte: "Lazarus, komm heraus!" (Johannes 11, 43). Und der Verstorbene kommt aus dem Grabe heraus. Gegenüber Martha, die an eine allgemeine Totenauferweckung am Ende der Zeit glaubte, zeigt Jesus klar, dass Er personenhaft das Leben ist, und wo Er Sein Machtwort spricht, der Tod weichen muss. Nur als der Sohn Gottes kann Er dieses Wort sagen: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben" (Johannes 11, 25+26).
Wenn ein Mensch an Jesus glaubt, sich Ihm anvertraut, dann wird er nie mehr sterben. Wie ist das gemeint?
In dem Augenblick, wo ich Jesus bitte, die Herrschaft in meinem Leben zu übernehmen, da gehöre ich Ihm an für alle Zeit und nicht einmal der Tod wird mich dann aus Seiner Hand reißen. Alle anderen Menschen werden mich in der Stunde meines Sterbens verlassen. Er wird bei mir sein und mich durch den irdischen Tod hindurch in Seine Herrlichkeit führen.
Wenn ich Jesus gehöre, dann bin ich ein Kind Gottes und damit ein Erbe der himmlischen Herrlichkeit (Römer 8, 17). Dann habe ich ein lohnendes Ziel: Ich darf einmal Bürger sein in der Stadt Gottes, im himmlischen Jerusalem, wo es kein Leid, keine Tränen und auch den Tod nicht mehr geben wird (Offenbarung 21, 1-4). Wenn ich zu Jesus gehöre, dann habe ich ewiges Leben. Warum? Seit der Stunde, wo Jesus mein Herr geworden ist, ist etwas in meinem Leben geschehen, was die Bibel mit einer neuen Geburt vergleicht. Paulus sagt: "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe ein Neues ist geworden" (2. Korinther 5, 17; Johannes 3, 1-21). Der Geist Gottes schafft in mir etwas völlig neues. Früher lebte ich nach eigenem Gutdünken und lebte damit als ein Mensch, der "tot war in Übertretung und Sünde" (vgl. Epheser 2, 1).
Heute lasse ich mich vom Geist Christi prägen und stelle meine Gaben und Kräfte in den Dienst meines Herrn. Früher plagte mich das schlechte Gewissen wegen meiner Sünde. Jetzt weiß ich: Jesus hat als das Opferlamm meine Sünde am Fluchholz hinweggetragen und durch Sein Blut mich freigekauft von der Macht der Sünde (1. Petr.1, 18+19; 2, 24). Damit hat Er die Ursache der Trennung zu Gott weggeräumt. Jetzt lebe ich im Frieden mit Gott und darf in diesem Frieden auch sterben. Früher hatte ich keine Hoffnung. Jetzt bin ich "wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung" und darf mit dem Liederdichter bekennen:
"Jesus lebt, mit ihm auch ich!
Tod wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich
von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht:
Dies ist meine Zuversicht."
Vielleicht erkennst du jetzt, dass Jesus mir ein Leben mit einer ganz neuen Lebens-Qualität schenkt und dass es mir nicht darum geht, mein irdisches Leben um ein paar Jahre zu verlängern, um dann doch ohne Jesus in den ewigen Tod zu gehen, sondern dass es mir darum zu tun ist: Jesus im Herzen zu haben als den auferstandenen Herrn und den, der mich reinigt von aller Sünde durch Sein Blut.
Im 1. Johannes 5, 12 heißt es: "Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht."
Wenn du hier und heute und einmal für alle Zeit in der Gemeinschaft mit Jesus leben willst, dann kannst du folgendes Gebet sprechen:
"Herr Jesus, ich danke dir, dass du den Tod und die Macht der Sünde für mich besiegt hast und du mein Herz reinigst durch dein Blut. Ich möchte mein ganzes Leben in deine Hand legen und dich bitten, dass du Wohnung nimmst in meinem Herzen. Ich danke dir, dass ich jetzt schon Anteil an deinem Auferstehungsleben haben darf. Gestalte du mein Leben um, durch die Kraft deines Geistes und lass mich einmal deine Herrlichkeit schauen."
In Johannes 5, 24 sagt Jesus: "Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen."
Wenn du an Jesus glaubst, darfst du diese Verheißung auf dich beziehen und sagen: Ich gehöre jetzt auf die Seite des Lebens und nicht mehr auf die Seite des Todes. Jesus hat das Gericht über meine Sünde getragen, ich muss das Gericht nicht mehr fürchten.
Wenn du Jesus ablehnst, dann musst du dich in jedem Fall am jüngsten Tage vor Christus, dem Weltenrichter verantworten. Dort werden Bücher aufgetan werden. Und du wirst nach deinen Werken gerichtet werden. Und was wird aus dir werden? (Offenbarung 20, 11-15). - Jesus unterscheidet klar eine "Auferstehung des Lebens" für die, die Gutes getan haben, von der "Auferstehung des Gerichtes" für die, die Böses getan haben (Johannes 5, 28+29).
Ich möchte keinesfalls mit unvergebener Schuld und einem ungläubigen Herzen mich einmal vor Jesus verantworten müssen. Allerdings weiß ich, dass auch ich einmal mich vor dem Preisrichterstuhl Christi verantworten muss, wo von Jesus mein Glaubensleben beurteilt werden wird. Auch die Gläubigen ermahnt Paulus: "Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, dass ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse" (2. Korinther 5, 10; 1. Korinther 3, 10-15).
Das ist doch die entscheidende Frage für mich: Ist mein Sterben für mich Gewinn oder Verlust? Bringt mein Sterben mich in die Nähe Jesu oder in die Nacht der Finsternis? Werde ich einmal gerecht werden oder für ewig verloren gehen?
Heute ist der Tag des Heils! Der Tag, wo der Herr mit Seiner Liebe um mich wirbt. Morgen kann es zu spät sein, dann nämlich, wenn Gott, der Herr über Leben und Tod, mich ruft von dieser irdischen Welt. Darum die ernstliche Bitte an dich: Bringe dein Leben mit Gott in Ordnung und wo es sein muss, auch mit den Mitmenschen! Und sei nicht so töricht wie der reiche Kornbauer, der sich auf sein irdisches Hab und Gut verließ und dem Gott sagen musste: "Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und wes wird's sein, das du bereitet hast?" (Lukas 12, 20).
Als Mensch nehme ich nicht mit, was ich habe, sondern nur das nehme ich mit, was ich Gott und den Mitmenschen gewesen bin. Und ich bin überzeugt davon, wenn viele Menschen wirklich glauben würden, es gibt eine Ewigkeit und ich muss mich vor Gott einmal verantworten, sie würden ihr Leben nicht so leben, wie sie es leben.
Du fragst, wie soll ich das Leben nach dem Tode mir vorstellen? Jesus schildert in Seiner Geschichte "vom reichen Mann und armen Lazarus" das Sterben zweier Menschen und sagt uns darin, wohin unsere Geist-Seele kommt, wenn wir sterben. Unser eigentliches Ich, unser Personkern, wechselt seinen Existenzort und seine Existenzweise. Sowohl der reiche Mann als auch Lazarus wissen wo sie sind. Der gottlos gelebt hat, findet sich im Warteraum der Hölle wieder, im Totenreich.
Der auf Gott seine Hoffnung Setzende findet sich im Warteraum des Himmels wieder, im Paradies, hier Abrahams Schoß genannt (Lukas 16, 19-31). Lese einmal diese Geschichte, wenn du sie nicht kennst. Welch eine Tragik liegt über dem Leben des "reichen Mannes". Über seinem Leben steht der Satz: Wer seine Lebensrechnung ohne Gott macht, dessen Rechnung geht nicht auf. Wer aber Gott - in gutem Sinne - fürchtet und Ihn liebt, dessen Lebensrechnung wird einmal aufgehen.
Gott will natürlich nicht, dass wir in der jenseitigen Welt sozusagen als "Seelenfunken" umherwandeln. Deshalb spricht die Bibel an vielen Stellen von der Auferstehung und davon, dass alle an Christus Glaubenden einen neuen Leib bekommen. Auch hier unterscheidet die Bibel eine erste Auferstehung der Christus-Gläubigen von einer allgemeinen Auferstehung aller Menschen am jüngsten Tage. "Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung" (Offenbarung 20, 6; 1. Thessalonicher 4, 16).
So wie Jesus nach Seiner Auferstehung einen Herrlichkeitsleib hatte, so sollen auch die Gläubigen einen neuen Geistesleib bekommen. Lese einmal dazu das herrliche Auferstehungskapitel 1. Korinther 15 von Paulus.
Ich kann Paulus verstehen, wenn er sagt: "Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christus zu sein" (Philipper l, 23). Denn er freute sich auf die bleibende Nähe seines Herrn und den Herrlichkeitsleib, den er bekommen wollte.
Ich habe bislang noch niemanden gefunden, der es bereut hätte (auch nicht in der Stunde seines Todes) ein Christ zu sein, der Jesus im Herzen hat. Aus der Zeit, wo ich Gemeindepfarrer war, erinnere ich mich an eine Frau, die für viele in ihrer schlichten und fröhlichen Art ein Vorbild war. Sie wurde zu Ende ihres Lebens schwer krank. Sie hatte Magenkrebs. Dank des Einsatzes ihres Hausarztes konnte sie zuhause von ihren Angehörigen gepflegt werden, obwohl sie sich künstlich ernähren lassen musste. Sie freute sich auf die himmlische Herrlichkeit bei Christus und von ihr strahlte eine wohltuende Ruhe und Dankbarkeit aus. An ihrem Krankenbett spürten die Menschen, dass Christus eine lebendige Realität ist. Und dass auch in schwerer Krankheit der Gläubige in Christus einen Trost hat und sagen kann: "Stark ist meines Jesu Hand", oder mit dem Psalmisten beten kann: "Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand ..." (Psalm 73, 23-26).
Weil Jesus die Quelle meiner Kraft und Hoffnung ist, möchte ich das tun:
Und ich wünsche dir und mir, dass unser Leben geprägt ist von der Vorfreude darüber, weil das Schönste noch kommt, das Leben in der Herrlichkeit.
Zum Schluss noch dieses:
Ich lebe nur einmal und ich sterbe nur einmal. Und weil ich nur einmal lebe und sterbe, muss mein Sterben ein seliges Sterben sein, will ich nicht verloren gehen.
Und deshalb kann es nichts besseres für mich geben, als das, zu leben und zu sterben mit Jesus Christus, dem Sieger über Hölle, Tod und Teufel.