Warnschild ... von Anfang an

Die zweckentfremdete Verwendung des Baustellenschildes möchte dich auf die Haftung der Eltern für die ungeborenen Kinder hinweisen. Es geht - vielleicht denkst du: "Mal wieder!" - um das Problem der Abtreibungen.
Ein harmloser Ausdruck für einen grausamen Eingriff. Es ist wohl angebrachter, von "Kindestötungen" zu reden. So wird es auch im Grundgesetz dargestellt, dass das Recht auf Leben versichert. Jedoch wird auf eine Strafverfolgung verzichtet. Der Paragraph 218 nennt die zulässigen Begründungen, die bei einer Kindestötung den tödlichen Eingriff straffrei ausgehen lassen.

Doch was sagt Gott dazu?

Gott will nicht, dass Menschen aus irgendwelchen Gründen ihre Kinder umbringen. Das Alte Testament kennt auch schon Menschen, die ihre Kinder umbrachten. Sie opferten sie den Götzen, z. B. dem Moloch, damit diese für sie günstige Lebensbedingungen ermöglichten. Dies geschah meist, indem sie die Kinder bei lebendigem Leibe verbrannten. Diese Kinder litten und starben vergebens, denn was kann Holz oder Metall schon erreichen, wenn man es anbetet oder ihm Kinder opfert?
Damals wurden die Kinder aus religiöser Verblendung geopfert. Heute heißen die "Götter" anders: Mammon, Materialismus, Egoismus. Es sind finanzielle, materielle und egoistische Motive, die Menschen veranlassen, ihre Kinder umzubringen. Anders lässt es sich doch nicht erklären, dass 80 % aller Abtreibungen (240000) auf Grund einer sozialen Notlage erfolgen.
Der lebendige Gott aber verbietet Kinderopfer. Im 3. Mose 18, 21 lesen wir: "Du sollst auch nicht eins deiner Kinder geben, dass es dem Moloch geweiht werde, damit du nicht entheiligst den Namen deines Gottes; Ich bin der Herr." Er stellt sie sogar unter Strafe. "Und der Herr redete mit Mose und sprach: Sage zu den Israeliten: Wer unter den Israeliten oder den Fremdlingen in Israel eins seiner Kinder dem Moloch gibt, der soll des Todes sterben. Das Volk des Landes soll ihn steinigen" (3. Mose 20, 1+2). Doch selbst Gottes harte Strafandrohung hielt die Menschen nicht davon ab, das Gegenteil zu tun.
Vom König Ahas wird uns berichtet, dass er seinen Sohn als Opfer verbrennen ließ (2. Kön. 16, 3). Aber auch das Volk opferte seine Kinder an einer bestimmten Stätte im Hinnomtal (2. Kön. 23, 10).
Der Prophet Hesekiel bekommt deshalb von Gott den Auftrag, dem Volk zu sagen: "Ja es kam dahin, dass du Söhne und Töchter nahmst, die du mir geboren hattest, und opfertest sie ihnen zum Fraß. War es denn noch nicht genug mit deiner Hurerei (gemeint ist ein gottloser Lebenswandel), dass du meine Kinder schlachtetest und ließest sie für die Götzen verbrennen? Und bei all deinen Gräueln und deiner Hurerei hast du nie gedacht an die Zeit deiner Jugend, wie du bloß und nackt warst und in deinem Blute lagst." (Hes. 16, 19-22). Gott klagt das Volk an, dass es Seine Kinder dem Moloch opfert. Dabei hätten sie ganz vergessen, dass sie auch einmal klein waren und von Gott am Leben erhalten wurden.
Haben wir das heute nicht auch vergessen? Wo bleibt der Dank an Gott dafür, dass wir unser Leben empfingen? Dafür, dass wir geboren wurden? Kannst du als Erwachsene dann noch zustimmen, dass entstehendes Leben vernichtet wird? Ich meine nicht!

Ist das die Lösung?

Hier möchte ich noch eine Geschichte aus 2. Könige 3 anfügen. Sie scheint mir ein Gleichnis für unsere heutige Situation zu sein. Ein moabitischer König gerät durch einen Kriegszug der Israeliten in große Bedrängnis. Das ganze Land ist schon erobert. Nur die Hauptstadt hält noch stand. In dieser ausweglosen Situation greift er zum äußersten Mittel. Er opfert seinen Sohn, den Thronfolger, dem Gott seines Volkes. Nicht heimlich, sondern vor den Augen der Feinde auf der Stadtmauer. Die Israeliten ziehen daraufhin auch erschreckt ab. Menschlich betrachtet hat sich der Einsatz gelohnt (Wirklich?) Aber vor dem lebendigen Gott ist dieser König schuldig geworden.
Auch heute scheinen Kindestötungen Lösungen für die verschiedensten Probleme zu sein. Ist das Kind weg, so glaubt man, dann sind auch die Probleme weg. Aber dann taucht die Frage auf: "Wäre die Not nicht auch ohne das Umbringen des Kindes zu lösen gewesen?" Solche Fragen beunruhigen oft das Gewissen der Menschen, besonders der Frauen. Sie kommen dadurch bis an den Rand oder sogar in die tiefsten Tiefen der Verzweiflung und Depressionen hinein. Manchmal scheint dann der Selbstmord der einzige Ausweg zu sein. Da hilft es nicht, wenn der Gesetzgeber die Abtreibung in das eigene Ermessen eines jeden Menschen stellen würde; denn im Gewissenskonflikt richtet er nicht über andere, sondern über sich selbst. Ein Blick in die "Kummerkästen" von Frauenzeitschriften kann dies nur bestätigen.
Jeder, der in dieser Lage ist, darf gewiss sein, dass Jesus Christus auch in diesen Abgründen der Verzweiflung helfen kann. Er will uns daraus befreien. Er starb deswegen für uns alle am Kreuz. Dadurch hat Er alle unsere Schuld auf sich genommen. Er lädt uns ein, Sein sanftes Joch auf uns zu nehmen. Das heißt, dass wir unsere Schuld bekennen und aufrichtig bereuen. Dann können wir mit einem durch Ihn getrösteten Gewissen durch unser Leben gehen. Er mahnt uns, den rechten Weg zu gehen und hilft uns, wenn wir gefallen sind. Wir müssen uns nur helfen lassen.
In politischen Fragen höre ich immer wieder, wenn es z. B. um die Beseitigung der Atomrüstung oder um korrupte Obrigkeiten geht: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen". Warum handelt man dann nicht in der Abtreibungsfrage nach dem gleichen Maßstab?
Eine Frage, die in der heutigen Diskussion sehr wichtig geworden ist, lautet:

"Wann fängt das Menschsein an?"

Bisher war in den alttestamentlichen Stellen immer von schon geborenen Kindern die Rede. Gilt Gottes Gebot auch bereits den ungeborenen Kindern? Der Prophet Amos bekommt von Gott gesagt (Amos 1, 13), dass Er das Handeln der Ammoniter an den schwangeren Frauen aus Gilead schwer bestrafen wird. Mutter und Kind dürfen also nicht ungestraft angetastet werden. Gerade die ungeborenen Kinder stehen unter dem Schutz Gottes des Schöpfers, der auf diese Weise Sein Schöpfungswerk fortsetzt.
Es lassen sich jedoch auch biologische Gründe finden, dass der Mensch von Anfang an Mensch ist und nicht erst zum Menschen wird. So ist die befruchtete Eizelle genetisch, also von den Erbanlagen her, anders zusammengesetzt als die Zellen der Mutter und auch des Vaters. Sie ist aus dem genetischen Material beider Elternteile zusammengesetzt und in dieser Kombination einmalig. Auch sind in der befruchteten Eizelle alle Informationen - Baupläne - für das neue Leben enthalten. Die Mutter ernährt dieses Leben, fügt aber nichts Neues mehr hinzu. Wo ist da also der Unterschied, ob eine Mutter ihr geborenes Kind verhungern oder ihr ungeborenes Kind von der Nahrungsquelle wegreißen lässt? Beide Male folgt der Tod, wo doch ein Mensch sich entwickelte, zum Leben hin. Ich kann keinen Unterschied feststellen.

Kennt der Mensch seine Grenzen?

Durch die Festsetzung von Fristen und Gründen für eine Kindestötung maßt sich der Mensch eine Entscheidungsgewalt an - nämlich die über Leben und Tod, die ihm nicht zusteht. Mir kommt dabei die unselige Unterscheidung von lebenswerten und lebensunwerten Menschen im 3. Reich in den Sinn. So wenig, wie wir lebende Menschen einteilen können in solche, die leben und in solche, die nicht leben dürfen, genauso wenig ist es möglich, ein bestimmtes Stadium der Entwicklung des Embryos als "noch nicht Mensch" und als "schon Mensch" festzulegen. Mensch sind wir von Anfang an, so hat es Gott gewollt.

Können wir noch schweigen?

Damit du dir eine Vorstellung von den Ausmaßen der Abtreibungen in der Bundesrepublik machen kannst, sind hier einige Zahlen genannt: 300.000 Abtreibungen pro Jahr (das sind 1/3 aller Schwangerschaften), die die Krankenkassen etwa 125 Millionen Euro kosten (ungef. 500 Euro pro Eingriff). Das sind nur Zahlen. Die Realität sieht noch grausamer aus.
Da werden ungeborene Kinder bis zum dritten Monat durch einen Kaiserschnitt bzw. die Durchtrennung der Nabelschnur getötet. Zum Teil sterben sie erst, nachdem sie den Mutterleib verlassen haben.
Oder durch die Injektion einer Salzlösung in die Fruchtblase wird das Kind verätzt und dann durch eine "Geburt" ausgeschieden.
Oder ein Medikament löst die Wehen aus, so dass es zu einer Frühgeburt kommt. Auch diese Kinder leben noch.
Oder die ungeborenen Kinder werden durch ein Saugrohr aus dem Mutterleib herausgerissen und dabei zerstückelt.
Alle diese Kinder kommen nicht auf den Friedhof, sondern in den Abfall. Sogar dieser "Abfall" wird von einigen Firmen noch verwendet, indem er zu Feuchtigkeitscremes verarbeitet oder zu wissenschaftlichen Versuchen benutzt wird.
Die oben geschilderten Eingriffsmöglichkeiten sind auch für die Mutter mit einem hohen Risiko für ihre eigene Gesundheit verbunden.
Die Praxis hat immer wieder gezeigt, dass Instrumente und Medikamente, die dazu gedacht waren, die Geburt zu erleichtern und die Kinder gesund auf die Welt zu bringen, zum Gegenteil verwendet werden.

Wo liegen die Ursachen?

Eine Ursache für die vielen Kindestötungen liegt meiner Meinung nach in dem verantwortungslosen, nicht der Ordnung Gottes entsprechenden Umgang mit der Sexualität. Wenn zwei Menschen Geschlechtsverkehr miteinander haben, dann ist das vor Gott eine eheliche Gemeinschaft und nicht ein Experimentierfeld unserer Triebe. Ein verantwortungsloser Umgang mit der Sexualität führt dann zwangsweise auch zu einem verantwortungslosen Umgang mit den daraus entstehenden Kindern.
Eine weitere Ursache liegt sicherlich auch darin, dass wir uns und unsere Kinder nicht mehr als Geschöpfe Gottes begreifen. Damit geht viel von der Ehrfurcht vor dem Leben verloren.
Eins dürfen wir nie vergessen: Wir alle waren einmal Kinder, auch der, der uns vom Tode errettet hat: Jesus. Er sagt uns, dass wir uns nicht zu sorgen brauchen. Er will uns alles zur rechten Zeit geben. Und Er tut es auch. Wir dürfen gewiss sein, dass Er auch für unsere Kinder sorgt. Er hat sie lieb und ist für sie gestorben. Er will nicht, dass sie sterben - sie sollen leben.
Jesus Christus haftet für uns bei seinem Vater - von Anfang an - bis zum Ende hin.

M. Fiebig

Kinder sind eine Gabe Gottes
Psalm 127, 3

Herr, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen,
du, den man lobet im Himmel!
Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,
den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
und des Menschen Kind,
dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn wenig niedriger gemacht denn Gott,
und mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt.
Du hast ihn zum Henn gemacht
Über deiner Hände Werk;
alles hast du unter seine Füße getan.
Herr, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
Aus Psalm 8


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