| Schwarze Magie - kein Märchen, sondern tödliche Realität | Zum Vergleich eine Begebenheit aus "Harry Potter und der Feuerkelch": | |
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Zur Zeit sind Ermittlungen der Londoner Polizei im Gange, die prüft, ob südafrikanische Medizinmänner möglicherweise auch in Europa begonnen haben, Kinder auf grausame Weise umzubringen, um geheimnisvolle und angeblich mächtige Zaubermittel herzustellen. |
In einer grauenhaften Szene gegen den Schluss von Band vier wird Harry gefangen genommen. Lord Voldemort, das Böse schlechthin, soll von seinem Diener Wurmschwanz durch ein magisches Ritual wieder zu einem Körper kommen. Dazu wird in einem Hexenkessel ein Gebräu gekocht, in welches das widerliche, jedoch noch hilflose Wesen getaucht wird. Nun werden Knochen dessen verstorbenen Vaters hinzugegeben. Dann wird das "willentlich gegebene Fleisch des Dieners" gefordert, worauf Wurmschwanz seine eigene rechte Hand abschneidet und hineinwirft. Schließlich wird noch Harrys "Blut des Feindes mit Gewalt genommen" beigemischt. "... dann - und eine eisige Woge des Grauens überkam ihn - dann sah er durch den Nebel hindurch, wie der dunkle Umriss eines Mannes, groß und dürr wie ein Skelett, langsam aus dem Innern des Kessels aufstieg ... Weißer als ein Schädel, mit weiten, scharlachrot lodernden Augen und einer Nase, die so platt war wie die einer Schlange mit Schlitzen und Nüstern ... Lord Voldemort war wieder erstanden."
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London (dpa). Scotland Yard muss eine neue Verbrechensrubrik in seine Kartei aufnehmen: Nach dem mysteriösen Fund eines weißen Lakens und sieben halbabgebrannter Kerzen auf dem Grund der Themse ist die Londoner Polizei davon überzeugt, dass sie einem Ritualmord nach dem Muster südafrikanischer Medizinmänner auf der Spur ist.
Sie befürchtet, dass weitere dieser makabren "Muti"-Verbrechen folgen werden. "Muti" ist in der Sprache der Zulus das Wort für Medizin. Im September vergangenen Jahres hatte ein Spaziergänger auf der Tower-Brücke den im Wasser treibenden Torso eines etwa fünfjährigen Jungen afro-karibischer Abstammung entdeckt.
Die jetzt von der Polizei präsentierten "Requisiten" sind als häufiger Bestandteil des "Muti"-Rituals erkannt worden. Körperteile und Blut des Toten dienen den Medizinmännern dabei zur Herstellung einer Geheimmedizin. Meist wird das Opfer in ein fließendes Gewässer geworfen.
Solange die Leiche aus der Themse nicht identifiziert ist, haben die Ermittler von Scotland Yard ihr den Namen "Adam" gegeben. Noch sind sie nicht sicher, ob der Schriftzug "Adekoye Jo Fola Adeoye", der drei Mal auf das Laken geschrieben und in die Kerzen eingeritzt war, auch die Identität des Opfers verrät. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von den orangefarbenen Shorts der Marke "Kids and Company", die der Junge trug. Sie waren bei Woolworth in Deutschland gekauft worden und hatten eine deutsche Waschanleitung.
Zu einer zweiten Obduktion der Leiche und zur Aufklärung des Verbrechens hat Scotland Yard den südafrikanischen Gerichtsmediziner Henrik Scholtz herangezogen. Er soll in dieser Woche in einem Seminar in London britische Polizisten, Kriminologen und Regierungsbeamte in Praxis, Tradition und Hintergründe der nach europäischer Vorstellung grausamen "Muti"-Morde einweihen. Die Informationen sollen an die Polizeibehörden in Deutschland und Belgien weitergeleitet werden, wo es nach britischen Verlautbarungen ähnliche Fälle gegeben hat.
Die Londoner Polizei befürchtet, dass der "Fall Adam" nur die Spitze des Eisberges ist. "Immer mehr Leute erzählen uns, dass sie von Zeremonien gehört haben. Unsere Befürchtung ist, dass weitere Fälle folgen werden", sagte Andy Baker von Scotland Yard. Die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, dass es "in der ganzen Welt viele solcher Morde gibt".
Nach Angaben von Valerie Sinason, Psychotherapeutin am St. George-Krankenhaus in London, trug "Adams" Torso alle Merkmale eines Ritualmords. "Der Körper war fachmännisch zerschnitten", sagte sie. Bei dem Ritual, so berichtete die "Times", werden dem Opfer Kopf und Arme abgetrennt. Von ihren Familien sollen sie als "Opferlamm" angepriesen werden.
von Anna Tomforde, Neue Westfälische Nr. 23, 28. Januar 2002