Kennst du ihn?

Kennst du den Mann, der dort im Garten
in dunkler Nacht so einsam ringt,
mit blut'gem Schweiß, voll Angst und Zagen
den bittern Kelch des Vaters trinkt -
kennst du ihn wohl?

Kennst du den Mann, der voller Wunden
vor seinem Richter schweigend steht
und ohne einen Laut der Klage
den Marterweg des Todes geht -
kennst du ihn wohl?

Kennst du den Mann, der dort am Kreuze
so bleich und blutend, sterbend hängt,
und der dir durch sein Sühneopfer
ein freies, ew'ges Heil geschenkt -
kennst du ihn wohl?

Du kennst ihn wohl - dein Heiland ist es!
Willst du an ihm vorübergeh'n?
Willst du wie Petrus ihn verleugnen
und wie der Pöbel ihn noch schmäh'n -
und kennst ihn nicht?

Du kennst ihn wohl - sieh seine Liebe,
hör' seine Stimme, die dich ruft!
Er starb für dich - der gute Hirte,
er ist's, der das Verlorne sucht, -
du kennst ihn wohl!

Du kennst ihn wohl - lass nicht vergebens
gewesen sein den Opfertod,
lass nicht umsonst sein Herzblut fließen,
lass dich versöhnen nun mit Gott -
du kennst ihn wohl!

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