Gethsemane

Ich kenne einen Garten,
er heißt: "Gethsemane."
Wo sich die Jünger scharten,
auch Jesus ich dort seh.
Er sagte zu den Dreien:
"Kommt lasst uns beten hier,
dass Gott mög Kraft verleihen,
im schwersten Kampfe mir."

Der Heiland betete allein,
nur einen Steinwurf weit.
Die Jünger schliefen ein,
zum Kampfe nicht bereit.
Der Meister kam zu ihnen,
sein Herz war bang und wund.
Das waren die drei Kühnen,
geschlossen war ihr Mund.

"Könnt ihr nicht eine Stunde,
mit mir jetzt wachend flehn
und wollt mit mir im Bunde
im Feindesheer bestehn?"
So musste er dort klagen
und ging dann traurig fort.
Dem Vater wollt' er's sagen
allein am selben Ort.

Sie konnten's nicht verstehen,
dass er als Gottessohn,
den Kreuzesweg sollt' gehen
und tragen der Sünde Lohn.
Den Meister, den sie liebten,
so heiß und inniglich.
O, wie sie ihn betrübten
und ließen ihn im Stich.

Ganz einsam rang er wieder,
im blut'gen Todesschweiß.
Ein Engel kam hernieder,
stärkt' ihn, im Kampf so heiß.
Dann sieht das Kreuz er blinken,
gehorsam kann er flehn:
"Ich will den Kelch gern trinken,
dein Wille soll geschehn."

Er hat den Sieg errungen,
dort in Gethsemane.
Jetzt war es ihm gelungen,
im tiefsten Schmerz und Weh,
die Menschheit zu erlösen,
von aller Feindesmacht.
Er hat besiegt den Bösen
und Freiheit uns gebracht.

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