Über die Blumen, die heute verblüh'n,
über Sonnen, die leuchtend verglüh'n,
über die strahlende Frühlingspracht,
über die schimmernde Sternennacht -
schreitet mit leisen Schritten die Zeit
bis zu den Toren der Ewigkeit!
Sei es der Menschheit wechselnd Geschick,
sei es der Schmerz um verlornes Glück,
sei es das Leid, das der Tag gebracht,
oder die schmerzvoll durchwachte Nacht -
einst lösen alle Rätsel der Zeit
sich an den Toren der Ewigkeit!
Aber der Mensch, vom Weibe geboren,
er allein ist zu Ew'gem erkoren.
Flüchtig ist hier seiner Füße Spur,
ist ja ein Gast und ein Fremdling nur.
Bald legt er ab das sterbliche Kleid
dort vor den Toren der Ewigkeit!
Weil er zu ew'gem Leben erwählt,
geht nur einmal der Mensch durch die Welt.
Was ihm begegnet an Lust, an Qual,
endet die Zeit hier im Tränental;
und seine Seele - los von der Zeit -
geht durch die Tore der Ewigkeit!
- Gertrud Taruttis -