O Liebe, die der Himmel hat zerrissen,
die sich zu mir ins Elend niederließ:
Was für ein Trieb hat dich bewegen müssen,
der dich zu mir ins Jammertal verwies?
Die Liebe hat es selbst getan,
sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an.
Die Liebe ist so groß in deinem Herzen,
dass du für mich das größte Wunder tust;
die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen,
was mir zugut du unter Dornen tust.
O unerhörtes Lebensgrad,
der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat!
Ich habe nun ein ewig Leben `funden,
viel Segen, Ehr und Wonne schenkt er mir.
Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden,
den ich in mir mit Liebeswirkung spür;
ich bin vergnügt und ganz gestillt,
weil mich der lautre Strom aus seiner Liebe füllt.
Auf, auf mein Geist, vergiss die Trauerlieder,
erfreue dich in dieser Liebesmacht!
Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder,
und der Verlust ist völlig wieder'bracht.
O ewig, ewig wohl ist mir,
dass ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür.