Die klugen und törichten Jungfrauen

Das End' aller Dinge ist nun nicht mehr fern,
zehn Jungfrauen gleich ist das Reich unsers Herrn,
die alle mit Lampen sich hatten verseh'n
um freudig dem Bräut'gam entgegen zu geh'n.

Mit Öl im Gefäße die Klugen ich seh',
die Lampen geschmückt und das Herz weiß wie Schnee;
dem Herrn zu begegnen, sind sie nun bereit,
der bald wird erscheinen mit seinem Geleit.

Die Törichten gehen und haben nicht Öl,
ganz sorglos, als wäre kein Mangel noch Fehl;
sie hoffen in Zukunft, dass Öl ihnen werd',
und finden, erschreckend, sie waren betört.

O höret, zur Mitternacht ward ein Geschrei:
"Steht auf! denn der Bräutigam kommet herbei!"
Die Törichten schmücken die Lampen und seh'n
Zu ihrem Erstaunen, dass aus sie nun geh'n.

Die Törichten bitten die Klugen um Öl.
"Nicht also, auf dass es nicht allen uns fehlt;
geht selbst zu den Krämern und kauft, was gebricht."
Doch war es zu spät, und es ward ihnen nicht.

Der Bräutigam kommt, und die Klugen geh'n ein
zur Hochzeit des Lammes, mit ihm sich zu freu'n.
Die Törichten klopfen; der Herr aber spricht:
"Ich sage euch, wahrlich, ich kenne euch nicht!"

- B. E. Warren -

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