O Mensch, der du in Lau- und in Trägheit
und gnadenleer, die Gnadenzeit zubringst,
o lass dich warnen durch die ernste Botschaft
und denke an dein Los in Ewigkeit.
O könnt' ich euch an Sterbebetten führen,
die ihr vom Heiland treulos euch gewandt,
und könnt' ich euch nicht bis zu Tränen rühren,
ich würf ins Herz euch einen Feuerbrand.
Seht wie ein Sünder sich hier sterbend windet,
der vor dem Heiland stets auf scheuer Flucht
und wie sein Auge, das schon halb erblindet,
verzweifelnd nach dem Bild am Kreuze sucht!
Und wieder nein! Er mag das Bild nicht schauen,
er sieht den Richter nur, der ihn bedroht,
er hört den Ruf: "Hinab ins ew'ge Grauen",
er flucht dem Leben und er flucht dem Tod.
Gespensterhaft erscheinen ihm die Taten
der Sünde, die sein Leben ausgefüllt,
die treuste Liebe, frech von ihm verraten,
verbrechen grauenvoll in Nacht gehüllt.
Unsterblichkeit, - ein Spukbild feiger Seelen,
's gibt keinen Gott, was auch der Leugner spricht,
da schreit er auf, da tritt aus tiefen Höhlen
das Auge, das im Todeskampfe bricht.
Es ist vorbei wenn du die Augen schließest,
dein Schicksal ist auf ewig dann bestimmt,
dein schrecklich Los hast du dir selbst gewählet,
die Gnadenzeit hast du verscherzt mein Kind.
O rette deine arme, arme, Seele,
weil Jesus dir die Gnadenhand noch reicht,
es kommt die Zeit wenn dieses du verfehlest,
dein Los in Ewigkeit, dann du bereust.