Geboren und aufgewachsen bin ich in einer kleinen ländlichen Gemeinde. Mein Vater war ein Trinker, während meine Mutter keinen Alkohol anrührte.
Mit dreizehn Jahren entwendete ich meinem Vater heimlich alkoholische Getränke und war damals auch das erste Mal betrunken. Mit 15 begann ich Pot zu rauchen. Freundschaften hatte ich nur mit jungen Menschen, die alle Drogen nahmen. Mit 17 Jahren konsumierte ich schwerere Drogen. Es wurde immer schlimmer.
Die Schule verließ ich vorzeitig, denn ich suchte nur Freude auf Parties. Wegen einiger Delikte, die durch Alkohol und Drogen entstanden, verurteilte man mich zu einer Gefängnisstrafe.
Einige Zeit nach meiner Entlassung heiratete ich eine ehemalige Freundin. Sie trank nicht und nahm auch keine Drogen mehr. Wir freuten uns über den Sohn, der uns geboren wurde. Ich liebte meine kleine Familie, war aber noch immer an Alkohol und Drogen gebunden. Nach vierjähriger Ehe endete diese mit der Scheidung.
Später zog ich in den Bundesstaat Kansas, wo ich meine jetzige Frau kennen lernte. Das erste Mal in meinem Leben arbeitete ich fest in einer Firma. Da auch meine Frau Parties liebte, schienen wir beide glücklich miteinander zu werden. Aber dies war nicht so. Die Trinkerei wurde immer schlimmer und auch diese Ehe endete mit einer Scheidung. Ich sank immer tiefer und landete erneut im Gefängnis.
Es gibt in einer Gefängniszelle nicht viel zu tun. So entschied ich mich, die dort ausliegende Bibel ganz durchzulesen, nur um so die Zeit "totzuschlagen". Ich las sie wie man jedes andere Buch liest, indem ich auf Seite 1 begann. 14 Tage danach hatte ich bereits das ganze Alte Testament gelesen. Einiges fand ich sehr interessant, anderes langweilig.
Dann kam ich zu Römer 7, 19+20, wo es heißt: "Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." Diesen Satz las ich immer und immer wieder. Auf einmal war die Bibel nicht mehr nur ein historisches Buch. Sie sprach mich ganz persönlich an. Ich konnte nicht mehr länger die Schuld an meiner Misere meiner Frau, meinen Kindern, Freunden, Eltern, Richtern oder irgend jemand anderem geben. Ich und ich allein war schuldig. Ich hatte keine Kontrolle über die Sünde in meinem eigenen Leben.
Ein Mann erzählte mir bei der Arbeit über Jesus und die Vergebung der Sünde. Abends, als ich dann in meinem Bett lag, sprach ich zu Jesus und bat Ihn, in mein Herz und Leben zu kommen und mir alle Sünden meines bisherigen Lebens zu vergeben. Obwohl ich noch immer im Gefängnis war, gegen die Steinwände und Gitter schaute und die Menschen sehr vermisste, denen ich am meisten weh getan hatte, wusste ich, dass, was auch immer geschehen mag, Jesus bei mir ist und mir hilft. Es war der Beginn eines neuen Lebens.
Heute, drei Jahre später, denke ich mit Freude an den Tag meiner Bekehrung zurück. Zur gleichen Zeit, als ich im Gefängnis Jesus Christus in mein Leben ließ, hat auch meine Frau diesen Schritt getan, wovon ich damals nichts wusste.
Seit drei Jahren dürfen wir nun als eine christliche Familie leben. Gott hat mich vom Alkoholismus und von den Drogen befreit. Meine besten Freunde haben den Unterschied in meinem Leben bemerkt und folgen Jesus nach. Wir erfahren den Segen Gottes.
Von ganzem Herzen möchte ich den Herrn für das preisen, was Er an mir getan hat und noch tun wird.
John Robinson, Herold Nr.12 Dezember 1999