Johann Sebastian Bach

Soli Deo Gloria - allein Gott die Ehre!

Das Jahr 2000 wird in aller Welt als ein "Bachjahr" mit vielen Veranstaltungen festlich begangen. Johann Sebastian Bach, der zu den größten Komponisten gehört und als der bedeutendste protestantische Kirchenmusiker angesehen wird, ist am 28. Juli 1750, also vor 250 Jahren, verstorben. Seine Familie war in Thüringen beheimatet. In ihr war die Musikalität durch viele Generationen besonders ausgeprägt. In Johann Sebastian Bach wurde jedoch der Glanz- und Höhepunkt der musikalischen Begabung erreicht.
Beethoven sagte bewundernd von ihm: "Nicht Bach - Strom, Meer sollte er heißen."
Geboren ist Johann Sebastian Bach am 21. März 1685 in Eisenach. Mit zehn Jahren war er Vollwaise. Er wurde von einem älteren Bruder, der eine Organistenstelle in Ohrdruf in Thüringen innehatte, aufgenommen. Dieser unterrichtete ihn besonders im Klavierspielen. In einem zeitgenössischen Bericht ist zu lesen: "Die Lust unseres kleinen Johann Sebastian Bach zur Musik war schon in diesem zarten Alter ungemein. In kurzer Zeit hatte er alle Stücke, die ihm sein Bruder freiwillig zum Lernen aufgegeben hatte, völlig in die Faust gebracht." Als ihm der ältere Bruder ein Buch mit Klavierstücken von damals sehr berühmten Meistern vorenthielt, hat sich Johann Sebastian damit zur Nachtzeit heimlich beschäftigt und es bei Mondschein abgeschrieben. Bis zum Jahre 1722 war Johann Sebastian Bach in verschiedenen thüringischen Städten als Organist und Kammermusiker tätig. Dann fand er 1733 als Thomaskantor im sächsischen Leipzig seine eigentliche Lebensaufgabe. Er hatte in der Thomasschule, die mit der Thomaskirche verbunden war, Gesangs- und Instrumentalunterricht zu geben. Den dort seit langer Zeit bestehenden Knabenchor hatte er zu schulen und bei Konzerten mannigfacher Art zu dirigieren. Er musste an der Schule auch Lateinunterricht geben. Das Organistenamt an der Thomaskirche gehörte zu seinen Obliegenheiten. Außerdem war er Musikdirektor an der Universität. Das war eine Fülle von Aufgaben. Gelegentlich wurde ihm der Dienst etwas verleidet, denn seine vorgesetzte Behörde, der Rat der Stadt Leipzig, verhielt sich manchmal - auch in Gehaltsfragen - recht kleinlich. Aber Bach sah als seinen eigentlichen Arbeit- und Auftraggeber nicht Menschen, sondern den göttlichen Herrn im Himmel. Dadurch konnte er manches leichter tragen und ertragen.
Johann Sebastian Bach schuf in Leipzig jene gewaltigen musikalischen Werke, die seinen Namen über Jahrhunderte hin haben leuchten lassen. Fast 300 Kantaten entstanden, dazu die Johannes- und Matthäuspassion und das Weihnachtsoratorium. Sein letztes Werk, das von vielen Kennern als sein bedeutendstes betrachtet wird, ist das gewaltige Orgelwerk "Die Kunst der Fuge".
Bach hat sein gesamtes Schaffen als Gottesdienst angesehen. In die wogende Flut der Töne waren stets Bibelworte und Choraltexte eingefügt. Alles hatte letztlich zum Ziel, die Erlösung durch Jesus Christus zu rühmen und den ehrenvollen Namen Gottes zu preisen. "Soli Deo Gloria" und "Jesu iuva" (Jesus hilf!) - das war als Über- und Unterschrift bei Bachs Werken immer wieder zu lesen. Hören wir seine eindeutigen Worte: "Der Endzweck aller Musik soll nichts anderes sein als die Ehre Gottes und die Erbauung des Gemüts. Wo dieses nicht in acht genommen wird, ist es keine Musik, sondern ein teuflisches Geplärr und Geleier."
Ein kleiner Blick in Bachs Familienleben: Er war zweimal verheiratet. In den beiden Ehen wurden 20 Kinder geboren, von denen elf früh starben. Von den Söhnen waren einige musikalisch ebenfalls sehr begabt.
Gegen Ende seines 65 Jahre umspannenden Erdenlebens ist Johann Sebastian Bach erblindet. Ein berühmter Augenarzt erklärte sich bereit, seine Kunst an ihm zu versuchen. Aber die Operation misslang. Als der Arzt die Binde nach vier Tagen von den Augen löste, hörte man den Kranken sagen: "Des Herrn Wille geschehe! Ich sehe nichts." Als alle Umstehenden darüber weinten, rief er glaubensvoll: "Singt mir lieber mein Lieblingslied: Was mein Gott will, gescheh' allzeit, sein Will, der ist der beste!" Es dauerte dann nicht mehr lange, bis ein Schlaganfall, dem ein heftiges Fieber folgte, den Thomaskantor auf das Sterbelager brachte.
Der Nachruf eines der Söhne schloss mit den Worten: "Auf das Verdienst seines Erlösers verschied unser Vater sanft und selig."

Arno Pagel

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