Magenbluten. Ich musste ganz schnell ins Krankenhaus. Bei der Untersuchung stellte man einen bösartigen Tumor fest. Der Chef-Chirurg eröffnete nur ohne Umschweife, dass ich Magenkrebs hätte. Er riet mir zur operativen Entfernung des Magens, ansonsten hätte ich nur noch ein halbes Jahr zu leben. Die Operation wurde durchgeführt. Leider brach acht Tage nach diesem Eingriff die Operationsnaht wieder auf, so dass eine zweite Notoperation erforderlich wurde. Dann kam noch eine Lungenentzündung und eine Antibiotika-Allergie dazu, so dass mein Leben nur noch an dem berühmten seidenen Fädchen hing. Zwei Tage lag ich im Koma. Die Ärzte hatten meine Frau ins Krankenhaus gerufen, weil sie mich aufgegeben hatten. Doch mein Zustand stabilisierte sich und ich kam wieder zur Besinnung. Der Arzt auf der Intensiv-Station meinte, an mir wäre ein Wunder geschehen. In dieser Lage wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, um die Vergebung der Sünden zu wissen. Mochte es kommen, wie es wollte, tiefer als in die Arme Gottes konnte ich nicht fallen.
In den folgenden Wochen im Krankenhaus habe ich oft gebetet: "Herr, sei mir gnädig! Auf Dich hoffe ich. Sei jeden Morgen mein Arm. Ja, meine Rettung in dieser meiner Not!" Und immer wieder habe ich buchstäblich erfahren dürfen: Gott hat mir die Kraft zum Tragen und Ertragen geschenkt. Viele schmerzvolle und unangenehme Untersuchungen folgten. Dann die schockierende Nachricht: Tumore an der Leber, an der Wirbelsäule und an der Hauptschlagader. Ebenso in den Lymphknoten. Meine Ärztin riet mir, meine familiären Angelegenheiten zu ordnen.
Gott sei Dank, ich weiß, dass mein Erlöser lebt! Zu Ihm durfte ich vor 50 Jahren kommen und Vergebung meiner Sündenschuld erfahren. Seitdem bin ich mir meiner ewigen Errettung sicher. Ich freue mich darüber, ein Kind Gottes zu sein. Darum sind meine Hoffnung und meine Erwartung nicht allein auf diese Erde gerichtet, sondern viel mehr auf das Vaterhaus Gottes droben, von dem der Apostel Paulus sagt: "Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, woher wir auch den Herrn Jesus als Heiland erwarten", Philipper 3, 20. Jesus Christus ist für mich der Lebensinhalt. Und darum kann Sterben für mich nur Gewinn werden. Denn bei Christus zu sein ist weit besser!
Jetzt muss ich mich einer Chemo-Behandlung unterziehen. Auch diese Therapie ist für mich sehr notvoll. Und ich erfahre immer wieder: Wie die Tage, so auch die Hilfe Gottes! Ich bin keinesfalls traurig, dass mein Leben auf dieser Erde vielleicht bald zu Ende gehen wird, denn ich freue mich jetzt schon auf die ewige Herrlichkeit bei meinem Heiland.
Es gibt eine vom Herrn ausgesuchte Schar Christen, denen Er besondere Tragkraft gibt. Auf ihre Schultern legt Er Krankheit, Leid, Trauer und Einsamkeit. Nicht um ihnen weh zu tun, sondern um zu zeigen, dass Er ihnen in jeder Lage beisteht. Menschen um uns herum sollen erkennen: Wie deine Tage, so deine Kraft! Diese leidgeprüften Christen sollen Zeugnis davon geben, dass sie ihren Herrn lieben. Eben nicht nur in den guten Tagen, sondern auch dann, wenn sie Seine Wege nicht verstehen. In noch so schwieriger Lage sind sie überzeugt, dass Gott keine Fehler macht, so dass sie noch unter Tränen sagen können: "Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen", Hiob 1, 21. Das demütige Lastentragen kann auch ein kostbarer Dienst für den Herrn sein. Das sind meine Erfahrungen in diesen oft schweren Krankheitstagen. Ich bin nicht lebensmüde, aber ich stütze mich in all dieser Not auf die Verheißungen und Zusagen meines Herrn und Heilandes Jesus Christus: "Ich will dich nicht versäumen noch verlassen, so dass ich zuversichtlich sagen kann: Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten", Hebräer 13, 6.
Auch bin ich kein Glaubensheld. Doch jeden Tag lege ich meine schwachen Hände in die starke Hand Gottes. Er kennt Weg und Ziel meines Erdendaseins. Oft bete ich: "Vater, Du hast gesagt, dass denen, die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen sollen. Ich verstehe Deine Führung jetzt nicht, aber ich vertraue Dir!"
Vielleicht bist du in einer ähnlichen Lage, dann wünsche ich dir von ganzem Herzen diese Geborgenheit in unserem Herrn Jesus Christus. Bringe alle Lasten, die Schuld der Vergangenheit aufrichtig zu Ihm und vertraue fest darauf, dass Er am Kreuz für dich alles gutgemacht hat. Dann hast du den Zufluchtsort gefunden, der dir in Not und Anfechtung Geborgenheit gibt. Für die restlichen Tage meines Lebens habe ich nur den Wunsch, dass "Christus an meinem Leib groß gemacht wird, es sei durch Leben oder durch Tod", Philipper 1, 20.
Hast du schon die Gewissheit des ewigen Heils? Zögere nicht, sondern rufe noch heute im Gebet zum Herrn Jesus und klammere dich im Glauben an Seine Verheißungen in der Bibel.